Wir laden herzlich zur Einführung unserer neuen Sonntagsliturgie ein:
Sonntag, 7. September 2025 um 10 Uhr
mit Menschen aus beiden Gemeinden in der
Evangelischen Kirche Euskirchen.
Bisher haben sich jeden Sonntag um 10 Uhr Gläubige in unserer Kirche versammelt, um Gottesdienst zu feiern. Diese Feier folgt einem festen Ablauf.
Wer bestimmt diesen Ablauf?
Das Presbyterium hat in unserer evangelischen Kirche das Recht, die Liturgie des Gottesdienstes festzulegen. In den katholischen Gemeinden ist das anders. Alle Gemeinden in der weltweiten römisch-katholischen Kirche feiern mit demselben Ablauf und denselben Gesängen.
Auch wir in der Evangelischen Kirche haben unseren grundsätzlichen Ablauf, an dem sich auch in der Zukunft nichts ändern wird. Wir beginnen mit Gebeten, hören Gottes Wort, feiern Abendmahl und beten unsere Fürbitten, bevor wir unter Gottes Segen enden.
Für die Sophiengemeinde haben Haupt- und Ehrenamtliche aus Euskirchen und Weilerswist in zahlreichen Sitzungen einen liturgischen Ablauf erarbeitet, der nun von beiden Gemeinden verabschiedet wurde.
Warum gibt es eine neue Liturgie?
Die Sophiengemeinde wird zwei Kirchengebäude haben. Damit wir alle uns sowohl in der Martin-Luther- Kirche als auch in der Euskirchener Kirche (Hoffnungskirche) beim Gottesdienst heimisch fühlen, brauchen wir eine gemeinsame Liturgie. Dabei stützt sich der Ablauf der Sophiengemeinde auf die Traditionen aus Euskirchen und Weilerswist.
Außerdem ist die Fusion ein guter Zeitpunkt, um Veränderungen vorzunehmen.
Zum Beispiel soll in Zukunft deutlicher werden, dass nicht die Pfarrpersonen den Gottesdienst bestimmen und verantworten, sondern die Gemeinde. Die Begrüßung erfolgt darum zukünftig durch ein anwesendes Mitglied des Presbyteriums. Nach einem ersten Lied eröffnet dann die Pfarrperson oder Prädikant*in den Gottesdienst mit dem trinitarischen Votum: „Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Bei Befragungen wird klar, dass viele Menschen im Gottesdienst eine Art Auszeit vom Alltag suchen. Es soll festlicher, ruhiger und anders sein als der Alltag. Das wollen wir in der neuen Liturgie stärken. In Euskirchen ist es momentan so, dass die Gemeinde singend antwortet auf gesprochene Worte des Liturgen. Ab September wird sich das ändern. Ein Gruß durch die Pfarrperson und die Antwort durch die Gemeinde werden beide gesungen oder beide gesprochen, etwa beim „Der Herr sei mit Euch – und mit Deinem Geist“.
Neben dem Gebet steht die Bibel im Zentrum der Feier. Das ist auch in anderen Konfessionen so. Aus den verschiedenen Teilen der Bibel werden Texte gelesen, also aus dem Alten Testament, aus den Evangelien und auch Abschnitte aus den Briefen. In Zukunft sollen auch in Euskirchen wieder zwei Lesungen vorkommen. Das bedeutet, dass wir der Bibel, der Quelle unseres Glaubens, mehr Raum geben.
Und auch die Abendmahlsliturgie wird festlicher ausgestaltet. Sie wird zum Teil gesungen und nach dem „Heilig, heilig“ bekommt auch das Staunen seinen Platz. „Groß ist das Geheimnis des Glaubens – Deinen Tod, o Herr verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit.“
Wir stehen mit diesem Bekenntnis im Strom der Zeit. Denn vor uns waren Generationen, die das Abendmahl gefeiert haben und auch nach uns werden sich Menschen um den Tisch des Herrn versammeln.
Für viele klingt das erst mal „katholisch“ und meist verstecken sich hinter dieser kurzen Aussage verschiedene Gefühle: „Ich fühle mich damit nicht wohl. Das ist mir fremd. Das ist nicht meine evangelische Identität.“
Sicherlich sind die Änderungen am Anfang ungewohnt und können unangenehm erscheinen, denn zum Vorteil einer sonntäglichen Liturgie gehört, dass man sich darauf verlassen kann. Man muss nicht jede Woche neu lernen und blättern. Mit der Zeit werden wir unsere Erfahrungen machen und uns sicherlich an die neuen Elemente schnell gewöhnen. Dazu soll es wie gewohnt im Gesangbuch einen schriftlichen Ablauf geben, an dem man sich orientieren kann.
Für andere sind die Änderungen vielleicht auch ganz angenehm, denn sie verbinden uns mit – ja tatsächlich – mit den katholischen Geschwistern, und viele Familien sind ja in beiden Konfessionen unterwegs.
Wer sagt, dass diese Reform den Gottesdienst länger und für ungeübte Gottesdienstbesucher noch schwieriger macht, dem sei versichert: Diese Liturgie ist für eine Form des Gottesdienstes gemacht.
Es wird in der Sophiengemeinde viele weitere Formate geben, um Gottesdienst zu feiern, in denen wir uns mehr an unserem Jetzt als an unserer Tradition orientieren werden.
Für etwa 18 Monate wollen wir die Liturgie erproben und dann evaluieren.



